GDI in Sachsen-Anhalt

Status Quo

Das Leitkonzept für den Aufbau der GDI-LSA hatte die Landesregierung im August 2009 beschlossen. Im August 2010 wurde zur strukturellen Beförderung der notwendigen ressortübergreifenden Kooperation beim Aufbau der GDI-LSA gemäß Beschluss der Landesregierung eine interministerielle Projektstruktur unter Federführung des Ministeriums des Innern eingerichtet. In fünf Teilprojekten wurden nach dem Prinzip "Einige für Alle" Maßnahmen zum Aufbau der GDI-LSA konzipiert.

Mit der von der Landesregierung im Jahr 2011 im Rahmen der Neuordnung der Geschäftsbereiche vollzogenen Umressortierung der Geoinformationsverwaltung wechselte auch die Aufgabe Geodateninfrastruktur vom bisher zuständigen Ministerium des Innern zum Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Nachdem die wesentlichen konzeptionellen Arbeiten zum Aufbau der GDI-LSA im Frühjahr 2012 abgeschlossen waren, wurde das Projekt "Aufbau der GDI-LSA" beendet. Die Landesregierung beschloss im September 2012, die bislang auf den Aufbau der GDI-LSA ausgerichtete Organisation durch eine auf den Betrieb der GDI-LSA fokussierte Struktur zu ersetzen. Vor dem Hintergrund, dass die Aufgaben künftig im Wesentlichen darin bestehen, die eingeleiteten Maßnahmen operativ umzusetzen sowie die Komponenten der GDI-LSA auszuprägen und zu betreiben, war die Aufgabe GDI-LSA zu operationalisieren. Hierzu hat das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr entsprechend des Auftrages der Landesregierung die Einrichtung der Zielstruktur der Geodateninfrastruktur im ersten Quartal 2013 abgeschlossen.

Organisation der GDI-LSA

Die GDI-LSA ist, ihrem Selbstverständnis von gemeinsamer Verantwortung folgend, ressort- und ebenenübergreifend, wie in der folgenden Abbildung dargestellt, organisiert. Die generelle Themenverantwortung für die Geodateninfrastruktur liegt, so wie in den meisten anderen Bundesländern auch, bei dem für das amtliche Vermessungs- und Geoinformationswesen zuständigen Ministerium. Die Zuständigkeit für die jeweiligen Geodaten sowie deren Aufbereitung entsprechend der Vorgaben des GDIG LSA und den INSPIRE-Durchführungsbestimmungen bleibt in der Hoheit der Ressorts mit ihren Geodaten haltenden Stellen. Dadurch wird die gemeinsame Verantwortung aller Ressorts für die GDI-LSA unterstrichen.

Struktur der GDI-LSA

 

Als maßgebliches Steuerungsgremium ist eine Interministerielle Arbeitsgruppe (IMA GDI-LSA) unter dem Vorsitz des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr eingerichtet. In der IMA GDI-LSA wirken Vertreter der betroffenen Ressorts und der Kommunalen Spitzenverbände zusammen. Die Geschäftsstellentätigkeiten des Vorsitzes der IMA GDI-LSA sind dem Fachreferat Geobasisinformationssystem, Geodienste im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr als Aufgabe zugeordnet. In der IMA GDI-LSA werden die ressort- und ebenenübergreifenden Maßnahmen zum Betrieb der GDI-LSA strategisch abgestimmt:

  • Umsetzen der konzeptionellen Vorgaben zur Geodateninfrastruktur in Sachsen-Anhalt - als Bestandteil der deutschen und der europäischen Geodateninfrastruktur - einschließlich der Entwicklung von Normen und Standards,
  • Schaffen von Reglungen zum Betrieb der GDI-LSA,
  • Festlegen des Arbeitsprogramms zu Koordinierung und Betrieb der zentralen Komponenten
    der GDI-LSA,
  • Gewährleisten des Zugangs zu Geobasis- und Geofachdaten über das Geodatenportal unter Berücksichtigung von Synergien, insbesondere im Bereich der zentralen Komponenten der GDI-LSA (u.a. Kopplung von Geodatenportal und Geoportal),
  • Einrichten von zeitweiligen Arbeitsgruppen zum Erarbeiten von Lösungsvorschlägen für komplexe Aufgabenstellungen und
  • Fördern der Öffentlichkeitsarbeit über die Bedeutung der Geodaten und den Mehrwert der Geodateninfrastruktur
Steuerung durch IMA GDI-LSA

Koordinierung und Betrieb der zentralen Komponenten der GDI-LSA sind auf operativer Ebene als ressortübergreifende Aufgaben gebündelt. Die Akteure der koordinierenden Ebene - Landesamt für Vermessung und Geoinformation (LVermGeo), Koordinierungsstelle Metadaten, IT-Dienstleister des Landes - sind als Gäste in der IMA GDI-LSA vertreten. Somit wird ein ständiger Austausch zwischen den Beteiligten der GDI-LSA gefördert.

Koordinierung und fachlicher Betrieb der GDI-LSA

Die Koordinierung des fachlichen Betriebes der GDI-LSA einschließlich der zentralen Komponenten ist als ressortübergreifende Aufgabe dem zentralen Geodatenmanager des Landes, dem LVermGeo übertragen. Durch die Zusammenführung dieser operativen Tätigkeiten mit den Aufgaben des amtlichen Geoinformationswesens in einer Behörde werden Kompetenzen gebündelt und Synergien erschlossen. Das LVermGeo ist ressortübergreifende Kontaktstelle des Landes nach dem GDIG LSA in Verbindung mit der Verwaltungsvereinbarung GDI-DE. Es ist zentraler Ansprechpartner im Land für alle Fragen von INSPIRE, GDI-DE und GDI-LSA. Auch mit den Kommunalen Spitzenverbänden sowie den Kooperationen der Geoinformationswirtschaft und der regionalen Wirtschaft arbeitet das LVermGeo auf dem Gebiet der Geodateninfrastruktur zusammen.

Die landesweite Koordinierung die Metadaten betreffend obliegt dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Der technische Betrieb der IT-Systemkomponenten und der IT-Verfahren für die GDI-LSA wird vom IT-Dienstleister des Landes wahrgenommen. 

Seit Dezember 2012 ist das LVermGeo Kontaktstelle GDI-LSA nach dem GDIG LSA in Verbindung mit der Verwaltungsvereinbarung GDI-DE und unmittelbarer Ansprechpartner der Koordinierungsstelle GDI-DE.

In dieser Funktion hält das LVermGeo den Kontakt zur Geschäftsstelle der IMA GDI-LSA und koordiniert die operativen Aufgaben und Tätigkeiten zum Betrieb der GDI-LSA.

Des Weiteren agiert das LVermGeo als Kontaktstelle für die Geodaten haltenden Stellen des Landes bei Fragestellungen zum Betrieb der Geodateninfrastruktur in Sachsen-Anhalt als Ansprechpartner und koordiniert das INSPIRE-Monitoring und -Reporting.

Unterstützung der Geodaten haltenden Stellen

Das LVermGeo unterstützt die Geodaten haltenden Stellen in seiner Koordinierungsfunktion als fachlicher Betreiber der GDI-LSA bei diversen Aufgaben im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Daten und Diensten, die Themen INSPIRE und GDI-LSA sowie das Monitoring betreffend.

Die Geodaten haltenden Stellen werden hierbei vom LVermGeo, dem als zentralen Geodatenmanager die Hauptadministrationsarbeiten des fachlichen Betriebs der GDI-LSA sowie die Gesamtkoordinierung obliegen, optional als Unteradministratoren bzw. Mandanten eingerichtet. Sie nehmen bestimmte dezentrale Administrations- und Verwaltungsaufgaben mit Hilfe der zentralen mandantenfähigen GDI-LSA-Client-Komponenten für ihre eigenen Daten wahr.