Häufig gestellte Fragen zu GeoWebDiensten - FAQ

Web-Service

Was versteht man unter einem Web-Service-Modell?

Im Web-Service-Modell treten Web-Server als Dienste- bzw. Serviceanbieter und Clients als Dienstenehmer (Nutzer) auf. Beide Seiten kommunizieren auf dem Anfrage-Antwort-Prinzip (Request-Response-Prinzip). Der Nutzer erhält den Zugang zum Dienst mittels einer Anfrage (request) über das allgemein bekannte http-Protokoll. Diese Anfrage hat die Form einer URL (Uniform Resource Locator) beginnend mit http://.... Innerhalb dieser URL werden bestimmte Parameter übermittelt, die dem Dienst mitteilen, welche Informationen angefordert werden, wie diese bereitgestellt werden sollen und welchen Bereich die Abfrage betrifft. Der Nutzer erhält von Seiten des Servers die Antwort (Response) als XML-Dokument.

Wie erfolgt die Kommunikation zwischen dem Anbieter der Web-Dienste und dem Nutzer?

Die internetbasierte Kommunikation zwischen dem Nutzer (Client) und dem Anbieter des Kartendienstes (Server) erfolgt über standardisierte Schnittstellen. Eine Reihe von Spezifikationen des Open Geospatial Consortiums (OGC) sowie internationale Normen und Standards der International Organization for Standardization (ISO) ermöglichen die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Systemen und den Austausch von Geodaten. Zusätzlich erhält der Nutzer die Möglichkeit, den Kartenausschnitt z. B. mittels Verschiebe- oder Zoomfunktion effizient zu nutzen.


Kartendienste/Viewingdienste

Was sind webbasierte Karten-/ Viewingdienste?

Bei webbasierten Karten-/Viewingdiensten handelt es sich um Darstellungsdienste, über die beispielsweise Topographische Karten, Luftbilder, Orthophotos oder administrative Grenzen online bereit gestellt und durch fachspezifische Daten einer Vielzahl von Anbietern, wie Schutzgebiete oder Lärmkartierungen ergänzt oder mit diesen kombiniert werden. Der Nutzer erhält stets Zugriff auf die aktuellsten Karten, ohne diese direkt vorhalten oder herunterladen zu müssen.

Was sind die Vorteile eines Karten-/Viewingdienstes?

Die Inhalte mehrerer Karten-/Viewingdienste unterschiedlicher Anbieter können frei kombiniert werden. Dabei werden unterschiedliche Koordinatenreferenzsysteme unterstützt.

Eine individuelle Anpassung des Kartenausschnitts wird durch unterschiedliche Maßstabsebenen, Zoom- und Navigationsmöglichkeiten ermöglicht.


WMS  - Web Map Service

Was ist ein WMS?

Ein WMS ist ein webbasierter Darstellungsdienst zum Abrufen von digitalen Kartenbildern und Sachinformationen. Er ermöglicht die Anzeige und Visualisierung von Geodaten unterschiedlicher Anbieter über vordefinierte Schnittstellen.

Welche Vorteile bietet ein WMS zusätzlich zu den Vorteilen der Karten-/Viewingdienste?

Ein WMS liefert stets aktuelles Kartenmaterial aus dem Datenbestand des Anbieters.

Die Nutzung eines WMS ermöglicht das Betrachten großer Datenmengen durch räumliche Gebietsabfragen, die Darstellung als einfaches Rastergrafikformat und eine für das Internet optimierte Übertragung.

Welche Software benötige ich, um eine WMS-Schnittstelle nutzen zu können?

Um eine WMS-Schnittstelle nutzen zu können, ist idealerweise ein Kartenviewer oder Geoinformationssystem nötig, welches die komplexen Anfragen und die Darstellung der Karten unterstützt. Über die Schnittstelle werden spezielle Anfragen (Requests) an den Kartendienst formuliert. Hierdurch können z. B. die Fähigkeiten des Dienstes (getCapabilities) abgerufen werden. In Form eines XML-Dokuments erhält man so allgemeine Informationen zum Anbieter des Dienstes, zu unterstützten Ausgabeformaten der Anfragen und zu abfragbaren Inhalten der Karten (Layer). Neben dem Abruf des Kartenbildes (getMap), das anhand entsprechender Parameter zu Inhalt, Lage, Ausdehnung und Projektionssystem erzeugt wird, können auch Sachinformationen zu den Inhalten der Karte an einer bestimmten Stelle abgerufen werden (getFeatureInfo).

Wie funktioniert ein WMS?

Steuerungselemente eines WMS sind die Operatoren GetCapabilities, GetMap und optional GetFeatureInfo:

  • GetCapabilities  – liefert die Eigenschaften des Dienstes (XML-Dokument)
  • GetMap  – liefert die Karte (Rasterbild)
  • GetFeatureInfo  – liefert die FeatureInstanzen (Sachdaten) (XML-Dokument)

Worin unterscheiden sich der ALKIS®-WMS (AdV-konform), der ALKIS®-WMS ohne personenbezogene Daten und der ALKIS®-WMS mit personenbezogenen Daten?

Der ALKIS®-WMS (AdV-konform) entspricht der AdV-Produktspezifikation AdV-ALKIS-WMS der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV). Hierbei sind folgende 5 Layer festgelegt vorgesehen: Flurstücke, Gebäude, Tatsächliche Nutzung, Gesetzliche Festlegung, Weiteres.
Der ALKIS®-WMS ohne personenbezogene Daten wurde in Anlehnung an die AdV-Produktspezifikation erstellt, jedoch ohne Flurstückskennzeichen (5 Layer).
Der ALKIS®-WMS mit personenbezogenen Daten enthält sowohl Flurstückskennzeichen als auch Angaben zu den Eigentümern mit einer Struktur von 3 Layern (Öffentlich-rechtliche und sonstige Festlegungen, Bodenschätzung, ALKIS®). Dieser WMS entspricht nicht der AdV-Produktspezifikation.

Welches Grafikformat sollte beim Einlesen des WMS gewählt werden?

Die Grafikformatwahl bleibt grundsätzlich dem Nutzer überlassen. Die verschiedenen Formate unterscheiden sich bspw. in der Qualität des Bildes und der Performance des Dienstes. Eine optimale Ausgewogenheit zwischen der Bildqualität und der Diensteperformance wird mit dem Grafikformat PNG erzielt.

Warum werden im ALKIS®-WMS Hausnummern angezeigt, obwohl keine Gebäude vorhanden sind?

Die Visualisierung im Dienst richtet sich nach dem ALKIS-Signaturenkatalog. Hausnummern werden z.B. auch nach Gebäudelöschungen oder bei vorfristiger Vergabe von Lagebezeichnungen bspw. in Baugebieten geführt.

Können im Dienst Abfragen von Sachdaten durchgeführt werden?

Abfragen von Sachdaten sind mit GetFeatureInfo möglich. Dabei kann keine spezielle Suchfunktion erfolgen, sondern die Abfrage erfolgt über eine räumliche Definition des Cursors im Dienst.

Wie erfolgt die kostenrechtliche Festlegung für die Nutzung der WMS?

Gemäß der Kostenverordnung für das amtliche Vermessungs- und Geoinformationswesen können WMS als Pauschalbetrag, nutzungsabhängiger Pauschaltarif oder in Abhängigkeit von der abgerufenen Pixelmenge abgerechnet werden.

Was ist bei der pixelbasierten Abrechnung der WMS zu beachten?

Für die pixelbasierte Abrechnung ist zu beachten, dass jede Bearbeitung des Projekts (Maßstabsveränderung, Verschiebung des Ausschnitts etc.) zu einer vollständigen Neuberechnung der Pixelmenge für den gesamten Bildschirmbereich führt. Die Berechnung erfolgt jeweils für alle eingebundenen Layer. Zur Reduzierung der Kosten empfiehlt es sich, vor Einlesen der (kostenpflichtigen) Layer den Bearbeitungsbereich vorab mit einem kostenfreien Dienst (z.B. DTK100, DVG) zu verorten, da das Verschieben bzw. Zoomen in diesen Bereich nach Einlesen der Layer mit jedem Schritt Kosten verursacht, auch bedingt durch die Maßstabsbegrenzung.


WFS  - Web Feature Service

Was ist ein WFS?

Der WFS ist ein Downloaddienst. Dieser ermöglicht den internetbasierten Zugriff auf Vektordaten. Der Abruf dieser Geodaten erfolgt über Abfrageoptionen nach Standards des Open Geospatial Consortiums (OGC).

Wie funktioniert ein WFS?

Steuerungselemente eines WFS sind folgenden Operatoren:

  • GetCapabilities – liefert die Eigenschaften des Dienstes (XML-Dokument inkl. Angabe der FeatureTypes)
  • DescribeFeatureType  – liefert die Struktur der einzelnen FeatureTypes
  • GetFeature  – liefert die FeatureInstanzen (Sachdaten)
  • GetGmlObject  – WFS-Abfrage liefert als Ergebnis immer eine GML-Datei.
  • Transaction  – Möglichkeit, die geografischen Features in der Datenbasis zu ändern.
  • LockFeature  – gewährleistet, dass eine Operation auf einem FeatureType nicht während der Transaktion von einer anderen Instanz geändert wird.

Welche WFS-Varianten kommen zum Einsatz?

Die möglichen Schemavarianten aus dem AAA-WFS-Profil sind in der AdV-ALKIS-WFS-Produktspezifikation näher beschrieben. In Sachsen-Anhalt wird die WFS-Variante "NAS-konform" angeboten, die Variante "Vereinfachtes Datenaustauschschema" ist in Vorbereitung.

  • NAS-konform

Das Datenaustauschschema entspricht der Normbasierten Austauschschnittstelle (NAS) und richtet sich an mit dem ALKIS®-Datenmodell vertraute Experten, in der Regel mit speziellen Clients.

  • Vereinfachtes Datenaustauschschema

Im Datenaustauschschema wird vom AAA-Modell abgewichen. Der inhaltliche und strukturelle Aufbau ist weitgehend ähnlich den Ebenen der Produktspezifikation für das AdV-ALKIS-Shape. Das vereinfachte Schema richtet sich an Nutzer, die sowohl die vektorielle Darstellung von ALKIS® als auch aufbereitete Sachdaten (z.B. Flurstück mit Eigentümer) benötigen, ohne vertieftes Fachwissen zu besitzen (Einsatz praxisgängiger Clients).

Die ALKIS-WFS-Varianten kommen jeweils mit personenbezogenen Daten zur Anwendung.

Was sind die Vorteile des WFS gegenüber dem WMS?

Der Nutzer hat neben dem gelieferten Kartenbild auch Zugriff auf die Geoobjekte mit ihren Attributwerten und Relationen.