Häufig gestellte Fragen zu ALKIS® - FAQ

Fragen zur Flächenangabe

Wie wurden die Flächen in ALKIS® erstmals erfasst?

Die im Liegenschaftsbuch bisher nachgewiesenen Flächen wurden bei der Migration der Daten unverändert in den neuen Datenbestand übernommen. Alle neu in das Liegenschaftskataster zu übernehmenden Flächenangaben (z.B. bei Neubildung von Flurstücken infolge Zerlegung/Bodenordnung) werden auf dem Vermessungshorizont (lokal) ermittelt.


Wie erfolgt die Flächenermittlung der Tatsächlichen Nutzung pro Flurstück?

Mit der Einführung von ALKIS® erfolgte die Umstellung von der flurstücksbezogenen Sichtweise auf die objektbezogene Sichtweise. Das heißt, im bisherigen Verfahren konnte ein Flurstück ein oder mehrere Nutzungsartenabschnitte aufweisen. Im Verfahren ALKIS® kann der Objektartenbereich Tatsächliche Nutzung (TN) einen Flurstücksteil, ein Flurstück oder mehrere Flurstücke/Flurstücksteile enthalten, da dieser Objektartenbereich eine Zusammenfassung von Objektarten topologischer und geometrischer Komplexe gemäß ISO 19107 ist. Für die Flächenermittlung erfolgt eine räumliche Verschneidung der Objekte der TN (Objektverschneidung) mit dem selektierten Flurstücksobjekt sowie ein Abgleich mit der im Liegenschaftsbuch nachgewiesenen Fläche (Filterencoding).


Warum weicht die im GIS ermittelte Fläche von den im Liegenschaftskataster nachgewiesenen Flächen ab?

Die Flächenangabe des Liegenschaftskatasters bezieht sich auf die im Liegenschaftsbuch nachgewiesene Fläche und wird auf der Grundlage von originären Vermessungszahlen (ohne Flächenverzerrungen) ermittelt bzw. auf Grund von historischen Flächenberechnungen geführt. Die Flächenberechnungsfunktionen der Geoinformationssysteme erfolgen über reduzierte Vermessungszahlen. Die führt zu Unterschieden zwischen der im GIS ermittelten graphischen Fläche zu der im Liegenschaftsbuch nachgewiesenen Fläche.


Gibt es Flächenunterschiede bei der Flächenermittlung im Lagebezugssystem DE_42-83_3GK4 (LS150) und im ETRS89_UTM32 (LS489)?

Ja, infolge der unterschiedlichen Zylinderabbildung der Lagebezugssysteme existieren Flächenunterschiede. Bei beiden Abbildungen handelt es sich um winkeltreue Abbildungen mit einem transversalen Projektionszylinder. Jedoch handelt es sich bei der Gauß-Krüger-Abbildung (DE_42-83_3GK4 (LS150)) um einen Berührungszylinder, wodurch am Mittelmeridian keine Längenverzerrungen auftreten und bei der UTM-Abbildung (ETRS89_UTM32 (LS489)) um einen Schnittzylinder mit zwei Durchdringungskreisen, wodurch außer an den längentreuen Durchdringungskreisen alle Strecken in Abhängigkeit von der Entfernung zum Mittelmeridian verzerrt abgebildet werden. Aufgrund dieser Unterschiede in den Streckenlängen, ergeben sich die Unterschiede in den Flächengrößen.