Häufig gestellte Fragen zu ALKIS® - FAQ

Fragen zum Datenmodell

Warum mussten die bestehenden Verfahren ALB und ALK abgelöst werden?

Zur Führung des Liegenschaftskatasters kamen bisher in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Verfahren und damit verbunden differierende Datenstrukturen zum Einsatz. Darüber hinaus wurden viele Informationen redundant (d.h. gleiche Daten wurden an unterschiedlichen Stellen gespeichert wie z. B. Flurstückskennzeichen oder Angaben zur tatsächlichen Nutzung) und nur bedingt strukturiert geführt. Dies gilt auch für die bisher in Sachsen-Anhalt mit den Verfahren ALB und ALK bearbeiteten Daten. Die angeführten Defizite erforderten die Neukonzeption der Datenhaltung und -übertragung.


Wie erfolgt die Datenhaltung im Liegenschaftskataster?

Die Führung des Liegenschaftskatasters erfolgt objektstrukturiert im Fachverfahren ALKIS®.

Das Objekt hat dabei selbstbezogene Eigenschaften (Attribute) und fremdbezogene Eigenschaften (Relationen). Zum Einsatz kommen auch sogenannte aneinandergereihte Beziehungen (Relationsketten) und Objektverschneidungen.

Beispiel: Objekt AX_Flurstueck – Amtliche Fläche (Attribut); Flurstückskennzeichen (Attribut); Buchungsstelle Grundbuch (Relation); Lagebezeichnung (Relation); Eigentümer inkl. Anschrift (Relationskette); Tatsächliche Nutzung (Objektverschneidung) und Bodenschätzung (Objektverschneidung)  


Ist nach der Einführung von ALKIS ® eine Rückmigration zum Zwecke der Datenabgabe vorgesehen?

Verfahren zur Rückmigration in die vorherigen Datenformate sind nicht vorgesehen.


Werden in allen Bundesländern die gleichen Angaben gespeichert?

Im Rahmen von ALKIS® haben sich alle Bundesländer zur Führung eines Grunddatenbestandes für ihr jeweiliges Landesgebiet verpflichtet. Ein bundeseinheitlicher Grunddatenbestand definiert, welche Angaben des Liegenschaftskatasters von allen Bundesländern verpflichtend zu führen sind. Die einzelnen Bundesländer entscheiden darüber, welche über den Grunddatenbestand hinausgehenden Daten geführt werden. Die in Sachsen-Anhalt geführten Daten sind im ALKIS®-Objektartenkatalog des Landes Sachsen-Anhalt beschrieben.


In welchen Schritten erfolgte die Integration der Daten der Verfahren ALB und ALK in ALKIS®?

In Vorbereitung der Einführung von ALKIS® wurden die Datenbestände der bisherigen Verfahren harmonisiert. Die mit ALKIS® als Grunddatenbestand deklarierten Angaben wurden, soweit noch nicht vorhanden, erfasst. Im Rahmen der Migration wurden die bisher mit den Verfahren ALB, ALK und Vermessungszahlenwerk geführten Daten entsprechend der Modellierung zu ALKIS®-Objekten verknüpft, in ein neues Koordinatenreferenzsystem (ETRS89_UTM32) transformiert und in der so genannten Datenhaltungskomponente (DHK) abgespeichert.


Ist ALKIS® ein Modell ausschließlich für das Liegenschaftskataster?

Nein, ALKIS® wirkt normprägend. Integriert in das AAA-Datenmodell wurde aufbauend auf der ALKIS®-Modellierung für die Agrarstrukturverwaltung das Verfahren LEFIS (Landentwicklungsfachinformationssystem) entwickelt. Ausgehend vom ALKIS®-Schema wurden für die darüber hinausgehenden Abgaben eigene Objektstrukturen definiert. Die ALKIS®-Konformität von LEFIS ist eine wichtige fachliche Voraussetzung zur Vereinfachung der Kommunikation der technischen Verfahren bei der Berichtigung des Liegenschaftskatasters nach der Bestandskraft der einzelnen Bodenordnungspläne. Weitere Fachverfahren (z.B. für eine städtebauliche Bodenordnung nach BauGB) sind denkbar.


Welche Vorteile bringt ALKIS® bei der Benutzung des Liegenschaftskatasters?

Exemplarisch seien nachfolgend einige der wichtigsten Vorteile benannt:
Die redundanzarme Führung des Liegenschaftskatasters gewährleistet zu jedem Zeitpunkt abgestimmte Angaben bei der Abgabe von Auszügen aus dem beschreibenden Teil (Liegenschaftsbuch) und dem graphischen Teil (Liegenschaftskarte) des Liegenschaftskatasters. Eine bundesweit einheitliche Schnittstelle (Normbasierte Austauschschnittstelle – NAS) zur Führung und Nutzung aller Inhalte des Liegenschaftskatasters reduziert wesentlich den Aufwand für die Programmierung und Datenhaltung.


Wird ein Vorgänger-/Nachfolgerflurstück in ALKIS® erfasst?

Sachsen-Anhalt hat sich für die Vollhistorie entschieden. Untergegangene Flurstücke erhalten ein Lebenszeitende und bleiben als Objekt im Modell erhalten. Eine Selektion ist über eine räumliche Abfrage möglich. Zusätzlich erfolgen in Sachsen-Anhalt unter der Objektartengruppe 1700X Angaben zur Historie. Flurstücke, die vor der Einführung von ALKIS® historisch geworden sind, werden in der Objektart "AX_HistorischesFlurstückohneRaumbezug" mit Angaben zum Vorgänger- und Nachfolgerflurstück geführt. Nach der Einführung von ALKIS® untergegangene Flurstücke werden in der Objektart "AX_HistorischesFlurstück" mit der Angabe des Nachfolgerflurstücks geführt. 


Wie erfolgt die Verbindung vom Flurstück zum Eigentümer? 

Die im Liegenschaftskataster enthaltenen ergänzenden Angaben zum Eigentum (obligatorischer Inhalt des Liegenschaftskatasters) werden gemäß Mitteilung der Grundbuchämter im Liegenschaftskataster geführt, wobei grundsätzlich die Adressangaben der Eigentümer (soweit vorhanden) nach den Angaben des Grundbuches verwendet werden.
Infolge der objektstrukturierten Modellierung des Fachverfahrens ALKIS® erfolgt die Verknüpfung der Daten in Form von aneinandergereihten Beziehungen (Relationskette) der einzelnen Objekte wie folgt [Objekt-Beziehung-Objekt]:

  1. AX_Flurstueck istGebucht AX_Buchungsstelle
  2. AX_Buchstelle istBestandteilVon AX_Buchungsblatt
  3. AX_Buchungsblatt inversZuIstBestandteilVon AX_Namensnummer
  4. AX_Namensnummer benennt AX_Person
  5. AX_Person hat AX_Anschrift