Gebäudeerfassung

Alle Gebäude in Sachsen-Anhalt werden im Liegenschaftskataster nachgewiesen. Die Erforderlichkeit einer Gebäudeerfassung leitet sich von den Anforderungen ab, die an das Liegenschaftskataster gestellt werden. Der vollständige und aktuelle Nachweis von Gebäudegrundrissen spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber Eigentümer und Erbbauberechtigte verpflichtet, auf ihrem Grundstück neu errichtete oder im Grundriss veränderte Gebäude auf ihre Kosten durch das Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt (LVermGeo) oder einen Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur (ÖbVermIng) vermessen zu lassen bzw. Unterlagen eines Vermessungsingenieurs zur Übernahme in das Liegenschaftskataster vorzulegen. Gesetzliche Grundlage dazu ist das Vermessungs- und Geoinformationsgesetz Sachsen-Anhalt (VermGeoG LSA).

Der Eigentümer eines neu gebauten oder veränderten Gebäudes hat in Sachsen-Anhalt die Wahl zwischen zwei Antragsarten, um sein Gebäude erfassen zu lassen. Die Varianten unterscheiden sich von vornherein durch verschiedene Antragsformulare und ziehen dann unterschiedliche Verfahrensabläufe nach sich. Als Antragsarten stehen zur Verfügung:

Fortführung des Liegenschaftskatasters mit amtlicher Gebäudevermessung

Der Grundriss und die exakte Lage des Gebäudes werden vor Ort bestimmt und das Ergebnis in das Liegenschaftskataster übernommen.

Fortführung des Liegenschaftskatasters auf Grund vorgelegter Unterlagen

Hier können Grundriss und Lage des Gebäudes auch ohne amtliche Gebäudevermessung in das Liegenschaftskataster übernommen werden. Die Unterlagen müssen von einem Vermessungsingenieur erstellt werden, den der Eigentümer privatrechtlich beauftragt. Die Unterlagen werden dem LVermGeo vom Eigentümer zur Übernahme vorgelegt, geprüft und bei Eignung übernommen. Dem Eigentümer steht es frei, später bei Bedarf eine amtliche Gebäudevermessung beim LVermGeo oder bei einem ÖbVermIng zu beantragen.


Wichtiger Hinweis

Liegt weder einer der beiden zuvor genannten Anträge noch die ausgefüllte Bewertungsliste, aus der hervorgeht, dass keine Gebäudeerfassung erforderlich ist, innerhalb einer vom LVermGeo gesetzten Frist vor, wird eine amtliche Gebäudevermessung ohne Antrag veranlasst. Durch den damit verbundenen Verwaltungsaufwand erhöht sich die Gebühr um 15 Prozent gegenüber dem Verfahren bei Antragstellung durch die Eigentümerin oder den Eigentümer.


Beispiel für zu erwartende Kosten bei Fortführung des Liegenschaftskatasters mit amtlicher Gebäudevermessung

Für die Fortführung mit amtlicher Gebäudevermessung werden Gebühren und Auslagen für die örtlichen Vermessungsarbeiten und Registerführung erhoben. Die Gebühren sind abhängig von den Herstellungskosten des neu nachzuweisenden Gebäudes oder Gebäudeteils. Die Auslagen fallen beispielsweise für die Wegstrecke, Reisekosten und Feldaufwand an. Die Gebäudevermessung und die Auslagen sind umsatzsteuerpflichtig.

Beispiel für die Fortführung mit amtlicher Gebäudevermessung Gebühr in €
kleine Anbauten an nach 1991 vermessenen Gebäuden:
bei Herstellungskosten bis 50 000 €

Garage: bei Herstellungskosten bis 50 000 €

Reihenhaus / Doppelhaushälfte, die im zeitlichen Zusammenhang
vermessen werden,
bei Herstellungskosten je Gebäude über 50 000 € bis 250 000 €
Wohnhaus: bei Herstellungskosten über 50 000 € bis 250 000 €

ca. 340,00

ca. 470,00



ca. 620,00
ca. 860,00
inklusive Umsatzsteuer

Beispiel für zu erwartende Gebühren bei Fortführung des Liegenschaftskatasters auf Grund vorgelegter Unterlagen

Für die Fortführung des Liegenschaftskatasters auf Grund vorgelegter Unterlagen werden Registerführungsgebühren erhoben. Die Gebühren sind abhängig von den Herstellungskosten des neu nachzuweisenden Gebäudes oder Gebäudeteils. Für den Vermessungsingenieur können z. B. für die Erstellung von Unterlagen und für die Auszüge aus der Sammlung der Vermessungszahlen weitere Gebühren anfallen.

Beispiel für die Fortführung auf Grund vorgelegter Unterlagen Gebühr in €
bei Herstellungskosten des Gebäudes bis 50 000 €
bei Herstellungskosten des Gebäudes über 50 000 € bis 250 000 €
bei Herstellungskosten des Gebäudes über 250 000 € bis 500 000 €
ca. 50,00
ca. 60,00
ca. 80
,00


Weitere Auskünfte erhalten Sie beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Sachsen-Anhalt.