Architektur der GDI-DE, Version 4.0 - Neue Strategie zur Weiterentwicklung

Der Bund-Länder-Arbeitskreis (AK) Architektur (Abb.) entwickelt und pflegt seit Jahren die Architekturkonzepte für die Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) und erarbeitet damit einen organisatorischen, fachlichen und technischen Rahmen für die Weiterentwicklung der GDI-DE, die sich auf die strategisch-politischen Vorgaben und Entscheidungen des Bund-Länder-Lenkungsgremiums GDI-DE stützen. Die Architektur der GDI-DE besteht dabei aus einem komplexen Satz von Regelungen und Vorgaben.

Der AK Architektur hat nunmehr gemeinsam mit den Vertretern der übrigen Länder und des Bundes das Architekturdokument der GDI-DE u. a. mit Unterstützung der Wirtschaft sowie unter Nutzung von professioneller Fachexpertise mit Moderations- und Medienkompetenz konzeptionell zur Version 4.0 fortentwickelt. Basierend auf einer umfassenden Analyse neuer Rahmenbedingungen, wie dem Onlinezugangsgesetz (OZG), der europäischen Cloud-Initiative GAIA-X sowie neuer Standards wie OGC API-Features oder GeoJSON, bedurfte es einer grundlegenden Neuausrichtung. Im Ergebnis liegt nunmehr ein Grundsatzpapier mit den künftigen Zielen und Strategie-Optionen in der GDI-DE sowie den daraus abgeleiteten Umsetzungsmaßnahmen zur verbesserten „fach- und ebenenübergreifenden Bereitstellung und Nutzung von Geodaten im Rahmen des E-Governments“ vor.

Unter informeller Beteiligung des Wirtschaftsrates GDI-DE wurde das Dokument zwischenzeitlich vom Lenkungsgremium GDI-DE beschlossen und enthält inhaltlich eine kritische Betrachtung zu den aktuellen, technischen Entwicklungen und Zukunftsthemen, aber auch Hemmnissen dieser sich rasant entwickelnden deutschlandweiten Geodatenbereitstellung. So bildeten beispielsweise Trends wie

  • die europäische Datenstrategie und Datenstrategie des Bundes,
  • der Einsatz von Cloud-Technologien,
  • Internet of Things,
  • Linked Data/Spatial Data on the Web,
  • Smart Goals,
  • Blockchain,
  • Künstliche Intelligenz,
  • Crowdsourcing,
  • Wissensmanagement,
  • OpenData,
  • Vernetzung und Sharing sowie
  • Interoperabilität der GDI-DE - vor dem Hintergrund vergangener Themen wie ISO-Metadaten, XML-Schnittstellen, föderale Einzellösungen und weiteren Hürden im Geokontext -

die Grundlage für die Weiterentwicklung der Architektur 4.0. Auf die Fragen: „Was müssen wir abschaffen und reduzieren?“ wurden unter anderem parallele technische Entwicklungen in Bund und Ländern, bestehende und zu minimierende Hemmnisse wie Kosten- oder (Datenschutz-) rechtliche Aspekte sowie unnötige nationale Festlegungen erkannt. Im Hinblick auf die Interoperabilität bei der deutschlandweiten Geodatenbereitstellung soll dabei künftig verstärkt durch klare Regelungen ohne Freiheitsgrade zu verpflichtenden nationalen Standards und verbindliche Vorgaben für alle agiert werden.

Identifizierte Fortschreibungsziele und Strategieoptionen zur Architektur der GDI-DE Version 4.0 sind:

  • Flexibilisierung und Agilität der technischen Infrastruktur,
  • Interoperabilität und Cloud-Kompatibilität,
  • Fokussierung auf Nutzer- bzw. Zugriffsfreundlichkeit,
  • Erhöhung der Sichtbarkeit der GDI-DE,
  • Steigerung der Geodatenqualität durch Einführung eines Qualitätsmanagements,
  • Förderung der Open-Data-Prinzipien,
  • Stärkung der Nationalen Technischen Komponenten und
  • organisatorische Stärkung der Architektur der Geodateninfrastruktur.

Die Veröffentlichung der daraus abgeleiteten und bereits beschlossenen sieben Umsetzungsmaßnahmen im neuen Unterstützungstool GDI-DE-Cockpit ist bereits erfolgt (Beschluss Nr. 149).

Weitere Informationen:

         „Architektur der GDI-DE, Version 4.0 - Neue Strategie zur Weiterentwicklung“

(R. Wiesner, Referat 42 - Geobasisinformationssystem, Geodienste, Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, Turmschanzenstraße 30, 39114 Magdeburg)